
Amphetamine (Speed, Crystal, Glass) und Ecstasy (MDMA, XTC, Adam oder Cadillac) sind eine Gruppe synthetisch hergestellter Substanzen, die teilweise auch in Medikamenten enthalten sein können (Amphetamine). Sie gehören zu den illegalen Drogen und können vor allem zu psychischen Abhängigkeiten führen.
Amphetamin wurde erstmals 1887 synthetisiert, das als Ecstasy bekannte Amphetaminderivat MDMA erstmals 1914. Inzwischen werden auf dem illegalen Markt die verschiedensten Substanzen als Ecstasy angeboten. Amphetamin und seine Derivate sind synthetisch hergestellte Substanzen, die illegal in privaten Labors aus verschiedenen Substanzen hergestellt werden. Amphetamine werden in Pulver- oder Tablettenform geschluckt, daneben auch geschnupft oder in die Mundschleimhäute eingerieben. In gelöster Form werden Amphetamine auch intravenös injiziert. Speed ist eine Mischung aus Amphetamin, Methamphetamin, Ephedrin, Coffein und Verschnittstoffen. Ecstasy wird hauptsächlich in Form von Kapseln oder Tabletten genommen, gelegentlich auch als Zäpfchen.
Amphetamine und deren Derivate werden in drei Gruppen unterschieden: Psychostimulantien (Amphetamin und Methamphetamin), Entaktogene (MDA, MDMA, MDE) und Halluzinogene (DOM).
Niedrige Dosen der Psychostimulantien führen zu Euphorie, Rededrang, gesteigertem Selbstvertrauen, entspannter Aufmerksamkeit und einem Gefühl der Stärke. Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden erhöht, Müdigkeit und Schlafbedürfnis sowie Appetit und Hungergefühl unterdrückt. Körperlich werden die Bronchien erweitert, Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur steigen an. Mittlere bis hohe Dosen führen zu ausgeprägten Erregungszuständen, beschleunigter Atemfrequenz, Zittern, Unruhe und Schlafstörungen.
Ecstasy, das zur Gruppe der Entaktogene gehört, löst ein inneres Glücksgefühl und friedliche Selbstakzeptanz aus. Der Konsument fühlt sich angstfrei, empfindet ein verstärktes Selbstvertrauen, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit verbessern sich. Visuelle und akustische Eindrücke können intensiviert und die Berührungsempfindung gesteigert, Schmerzempfinden sowie Hunger- und Durstgefühle vermindert werden. Je nach Umgebung zieht sich der Konsument zurück oder wird aktiv. Nach Abklingen der Wirkungen kommt es zu körperlicher Erschöpfung, möglicherweise zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Angstzuständen. Halluzinogen wirkende Amphetaminderivate rufen vor allem Sinnestäuschungen hervor und bewirken Veränderungen des Denkens und der Stimmung. Als charakteristisch gilt die Erleichterung des assoziativen Denken, das sogenannte Gedankenspringen. Wie die Stoffe wirken, hängt entscheidend von den Begleitumständen, wie Umgebung und Gemütslage, und von der Höhe der Dosis ab.
Wer Amphetamine nimmt, weiß oft so gut wie nichts über Reinheit oder Zusammensetzung des jeweiligen Stoffes. Unvermittelt können Aggressionen und Gewalttätigkeiten, Verfolgungswahn und - eher selten - Halluzinationen auftreten. Vergiftungserscheinungen sind unter anderem verlangsamte Herztätigkeit, Herzjagen, erhöhter oder erniedrigter Blutdruck, Schwitzen oder Frösteln, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Verwirrtheit und Krampfanfälle.
Bei Ecstasy kann es durch starke körperliche Aktivität zu Flüssigkeitsverlust kommen, der Körper trocknet aus und ist überhitzt. Unerwünschte körperliche Symptome können Übelkeit, Mundtrockenheit, Herzklopfen, Unruhe und Verspannungen der Kiefermuskeln sowie eine verstärkte motorische Aktivität sein. Die Teilnahme am Straßenverkehr kann aufgrund der Wirkung gefährlich sein. Lässt die Wirkung nach, treten häufig Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Gedächtnisstörungen ein. Problematisch und riskant ist Mischkonsum. Bei einer Abhängigkeit von Amphetaminen taucht oft ein körperlicher Verfall auf, der Betroffene zieht sich aus seinem sozialen Umfeld zurück. Überdosierungen und chronischer Konsum können zu Amphetaminpsychosen führen, die Nervenzellen bleiben möglicherweise geschädigt.
Bleibende Schädigungen durch Ecstasy waren umstritten. Heute geht man vielfach davon aus, dass chronischer Ecstasykonsum das Gehirn dauerhaft verändert, andere Forschungen deuten auf Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen hin. Darüber hinaus können durch Ecstasy unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lebererkrankungen, Krampfleiden, Grüner Star und Schilddrüsenerkrankungen verstärkt werden. Amphetamine können sehr schnell zu einer starken psychischen Abhängigkeit führen. Für Ecstasy wird ein vergleichsweise geringes Abhängigkeitspotenzial vermutet. Allerdings werden Ecstasykonsumenten/-innen dann als besonders gefährdet eingeschätzt, wenn sie vor allem eine psychostimulierende Wirkung suchen.
»Die Sucht und ihre Stoffe« - Eine Informationsreihe über die gebräuchlichen Suchtmittel.
Herausgeber: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, Hamm.
Drogerie-Projekt, Erfurt
http://www.drogerie-projekt.de/
Weitere Infos im Internet
http://www.dhs.de/