
Benzodiazepine sind psychotrop wirkende Medikamente. Sie kommen als Entspannungs- oder Beruhigungsmittel (Tranquilizer) oder als Schlafmittel auf den Markt. Benzodiazepine haben ein beträchtliches körperliches und psychisches Abhängigkeitspotenzial.
Spuren von Benzodiazepinen finden sich im menschlichen und tierischen Blut. 1957 wurden sie erstmals synthetisch gewonnen, heute gehören sie weltweit zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Sie sind verschreibungspflichtig und werden zum Beispiel bei Spannungs-, Erregungs- oder Angstzuständen und hartnäckigen psychosomatischen Störungen oder behandlungsbedürftigen Schlafstörungen verordnet, nicht selten aber auch bei weniger schweren Störungen der allgemeinen Befindlichkeit.
Benzodiazepine lösen Angst, entspannen emotional, dämpfen Erregung und Aggression und fördern den Schlaf. Welche Wirkung überwiegt, hängt von der Substanz ab. Je nach Empfindlichkeit und Dosis können Nebenwirkungen auftreten wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit, ein Nachlassen sexueller Bedürfnisse.
Werden Benzodiazepine kurzzeitig oder einmalig eingenommen, besteht kaum ein Risiko. Werden sie jedoch länger genommen oder reichern sie sich im Körper an, kann es im akuten Fall zum Beispiel zu Gedächtnisstörungen, Wahrnehmungs- und Reaktionsunfähigkeit oder schweren Stürzen kommen, die Fahrtüchtigkeit ist ebenfalls eingeschränkt. Langjähriger geringer Konsum führt zu gesundheitlichen Schäden. Missbrauch und Abhängigkeit bei hohen Dosen können schwere Folgen haben, obwohl sie oft versteckt sind: Beziehungsprobleme, Abnahme der sozialen Interessen und der sexuellen Bedürfnisse.
Bei der Abhängigkeit wird unterschieden zwischen der seltenen primären Hochdosisabhängigkeit (extreme Dosissteigerung, allmähliche Persönlichkeitsveränderung, schwere Entzugssymptome), der häufigen primären Niedrigdosisabhängigkeit (Einnahme einer täglichen, geringen Dosis, quälende Entzugssymptome beim Absetzen sind möglich) und der sekundären Benzodiazepinabhängigkeit (Mehrfachkonsum von verschiedenen Drogen). Der Entzug kann bei Benzodiazepinen sehr dramatisch sein.
»Die Sucht und ihre Stoffe« - Eine Informationsreihe über die gebräuchlichen Suchtmittel.
Herausgeber: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, Hamm.
Drogerie-Projekt, Erfurt
http://www.drogerie-projekt.de/
Weitere Infos im Internet
http://www.dhs.de/