
Kokain (auch Koks, Schnee, Coke, Crack und Rocks bezeichnet) ist ein weißes, kristallartiges Pulver, das mit Hilfe verschiedener chemischer Prozesse aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen wird. Es wirkt berauschend und örtlich betäubend und gehört zu den illegalen Suchtmitteln und hat ein psychisches Abhängigkeitspotenzial.
Der Kokastrauch ist in Südamerika heimisch, in Ländern wie Peru oder Bolivien hat das Kauen der Kokablätter eine jahrhundertelange Tradition. In den 50-er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das aktive Alkoloid isoliert und »Kokain« genannt. Kokain kommt als Koks oder Schnee in pulverisierter Form auf den illegalen Markt und wird durch die Nase geschnupft, geraucht oder aufgelöst und intravenös injiziert. Crack und Freebase sind Umwandlungen aus Kokain.
Kokain stimuliert sehr stark die Psyche, hat einen lokal betäubenden Effekt und verengt die Blutgefäße. Nach rund sechs Stunden ist die Substanz weitgehend abgebaut. Der Effekt hängt sowohl von der Person des Konsumenten als auch von Dosis, Art und Qualität des Stoffes ab. Kokain ist als »Leistungsdroge« bekannt, es erhöht die Leistung und die körperliche Belastbarkeit, dämpft das Hungergefühl, vermindert das Schlafbedürfnis und löst euphorische Gefühle aus. Die Lust- und Potenzsteigerung kehrt sich bei anhaltendem Konsum in das Gegenteil um. Die Rauschzustände verlaufen in mehreren Stadien: Euphorisches Stadium, Rauschstadium, depressives Stadium.
Kokain führt zu einer sich schnell einstellenden psychischen Abhängigkeit. Der Konsum ist umso gefährlicher, je schneller die Substanz vom Körper aufgenommen wird, wie beim Injizieren oder Rauchen. Crackrauchen schädigt die Atmungsorgane, es kommt zur sogenannten »Crack-Lunge«. Lebensbedrohliche Reaktionen sind möglich. Bei Überempfindlichkeit können schon geringe Mengen zum Kokainschock führen. Regelmäßiger Kokaingebrauch kann mittel- und langfristig zu schweren körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen führen. Beim Absetzen kommt es zu Entzugserscheinungen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Depression, allgemeiner Verstimmung und mangelnder Energie sowie einem starken Schlafbedürfnis.
»Die Sucht und ihre Stoffe« - Eine Informationsreihe über die gebräuchlichen Suchtmittel.
Herausgeber: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, Hamm.
Drogerie-Projekt, Erfurt
http://www.drogerie-projekt.de/
Weitere Infos im Internet
http://www.dhs.de/