
Grundidee des Projektes ist es, dass Jugendliche anderen Jugendlichen leichter Vertrauen schenken als Erwachsenen. Deshalb muss man annehmen, dass traditionelle Beratungsangebote für Jugendliche aufgrund ihrer Hochschwelligkeit oft zu spät greifen. Gerade im Jugendalter wird die Bedeutung der Gruppe der Gleichaltrigen immer wichtiger. Auf das Wort von Freunden wird oft mehr gegeben als auf das, was Eltern, Lehrer oder andere Erwachsene sagen.
Diese Grundüberlegungen machen sich Peer-Education Projekte zu Nutze.
Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse werden sorgfältig mit Grundlagen der Beratungsarbeit vertraut gemacht und können so eine erste Anlaufstelle für ihre Mitschüler bei auftretenden Problemen aus dem Schul- und Lebensalltag sein. Regelmäßige Anleitung und Unterstützung durch unsere Beratungsstelle verhindern eine Überforderung der beratenden Schüler und der Lehrkräfte, die diese Schüler betreuen.
Bundesweit wurden bereits mehrere Peer-Education Projekte durchgeführt und evaluiert. Wir freuen uns, ein solches Projekt nun auch interessierten Schulen im Kreis Bergstraße anbieten zu können!
Es handelt sich bei Erleben macht Schule um ein Fächer übergreifendes Projekt. Kernstück sind zwei erlebnispädagogische Tage, die als Highlight im Besuch eines Hochseilgartens gipfeln. Während dieser drei Tage wird die Klassengemeinschaft gefestigt und gestärkt. Eine gute Klassengemeinschaft trägt ein Vielfaches zu einer entspannten Lernatmosphäre für Schüler und Lehrer bei.
Um den Kontext der Suchtprävention mit einzubinden werden in den Wochen vor und nach den erlebnispädagogischen Tagen die Themen Sucht, Suchtentstehung und Suchtmittel fächerübergreifend in den Unterricht eingebunden.
Die Klassenlehrkraft begleitet die erlebnispädagogischen Tage, reflektiert sie mit ihrer Schulklasse und vollzieht den Rückbezug zum Thema Sucht.
Bei Bedarf kann dies von der Fachstelle Suchtprävention und dem Jugendamt unterstützt werden.
Begleitend wird ein Elternseminar zum Projekt angeboten.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung dieses Projektes ist ein Kooperationspartner vor Ort, der sich zur Durchführung der beiden erlebnispädagogischen Tage bereiterklärt. Dies kann zum Beispiel eine Lehrkraft sein, aber auch jemand von der örtlichen Stadtjugendpflege.
Erleben macht Schule ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Fachstelle Suchtprävention und dem Präventiven Kinder- und Jugendschutz Fachdienst Bildung und Erziehung des Jugendamtes Heppenheim.
In der 5. Klasse wird alles anders:
Die Grundschulzeit ist vorüber und die meisten Kinder kommen in eine völlig neue Schule. Sie sehen sich vielen neuen Gesichtern gegenübergestellt, manche alten Freunde fehlen vielleicht und auch mit den Lehrern und den Räumlichkeiten müssen sie erst vertraut werden.
Wie gut, wenn einem in dieser Zeit ältere Schüler zur Seite stehen, die einen in die Geheimnisse der neuen Schule einweihen und so den Start erleichtern!
Bei diesem Projekt werden engagierte Schülerinnen und Schüler geschult Klassenpatenschaften für ihre jüngeren Mitschüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe zu übernehmen. Zu einer Patenschaft gehören nicht nur die Hilfestellung bei auftretenden Problemen in der Patenklasse oder mit Lehrern und die Einführung in die Gegebenheiten der Schule, sondern auch die Planung gemeinsamer Aktivitäten mit und für die Patenklasse.
Geschult werden in Gymnasien Schüler ab der 9. Klasse und in Haupt- und Realschulen Schüler ab der 8. Klasse. Bei Grund- und Hauptschulen können auch Patenschaften für die 1. und 2. Jahrgangsstufe übernommen werden.
Patenseminare sind ein Kooperationsprojekt zwischen der Fachstelle Suchtprävention und dem Präventiven Kinder- und Jugendschutz Fachdienst Bildung und Erziehung des Jugendamtes Heppenheim.
Immer mehr Firmen und Betriebe sind sich der Wichtigkeit von suchtpräventiven Maßnahmen am Arbeitsplatz bewusst. In der letzten Zeit wurden deshalb in zahlreichen Firmen Arbeitskreise und Zirkel gegründet, die sich kontinuierlich mit diesem Thema beschäftigen. Führungskräfte wurden geschult, interne Mitarbeiter/innen zu Suchthelfer/innen ausgebildet, evtl. eine Betriebsvereinbarung zum Umgang mit auffälligen Mitarbeiter/innen erstellt. Große Betriebe betrauen ihre Werksärztlichen Dienste oder Sozialberatungen mit diesen Aufgaben.
Oft gehört zu so einem betrieblichen Präventions- und Suchthilfeprogramm auch die Schulung der Auszubildenden in einem Betrieb. Dafür ist es sinnvoll, die regional zuständigen Fachleute der Beratungsstellen mit einzubeziehen und auf die entsprechenden Hilfsangebote hinzuweisen.
Deshalb und aufgrund einer konkreten Anfrage eines Betriebs haben wir eine halbtägige Fortbildungsveranstaltung für Auszubildende als einen weiteren Baustein unseres Angebotes für Betriebe konzipiert.
In einem Kurzreferat erhalten Azubis Informationen zu Sucht, Drogen und deren Wirkungsweisen. In Kleingruppenarbeit soll eigenes ausweichendes Verhalten erkannt und kritisch reflektiert werden. Anschließend wird auf sinnvolle Verhaltens- und Umgangsweisen gegenüber süchtigen Menschen eingegangen und auf regionale Hilfs- und Beratungsangebote aufmerksam gemacht.
Ziel ist es, den Azubis Wissen über Sucht und Drogen zu vermitteln, sie für die Anzeichen einer Suchterkrankung zu sensibilisieren und ihnen Hilfsmöglichkeiten in der Umgebung aufzuzeigen.